Grundlagen

Schule und Migration

Sprachliche, kulturelle und soziale Vielfalt in der Schule

Leitlinien

In den Schulen kommen Kinder und Jugendliche mit unterschiedlichen sprachlichen, kulturellen, religiösen und sozialen Hintergründen zusammen. Die Zürcher Volksschule ist stark durch diese Vielfalt in der Schülerschaft geprägt. Durch grosse Einwanderung hat die Vielfalt in den letzten Jahrzehnten noch zugenommen. Die Schulen haben reiche Erfahrungen in der Integration von Kindern aus eingewanderten Familien und sie leisten eine grosse Integrationsarbeit. Die Vielfalt bringt in erster Linie Chancen mit sich, doch sind damit auch schwierige Herausforderungen verbunden.

Laut Verfassung, Gesetz und Lehrplan haben die Schulen den Auftrag, alle Kinder und Jugendlichen, unabhängig von ihrer sozialen Schicht, ihrem Geschlecht, ihrer Herkunft, ihrer Sprache, ihrer Religion, ihrer Hautfarbe,

Der Bildungsrat hat am 30. Oktober 2017 überarbeitete Empfehlungen zu «Bildung und Integration» erlassen, die die folgenden Ziele beschreiben:

Die Schulbehörden sind wie alle andern Partner eingeladen, sich an diesen Empfehlungen zu orientieren und dazu beizutragen, dass die hohen Ziele erreicht werden können.

Qualität in multikulturellen Schulen (QUIMS)

Es gibt Schulen, die vor ausserordentliche Herauforderungen gestellt sind, da ihre Schülerschaft in besonders hohem Masse sprachlich und kulturell heterogen zusammengesetzt ist und gleichzeitig viele Schulkinder den tieferen und sozial benachteiligten Schichten angehören. Schulen, die einen Fremdsprachigen- und Ausländeranteil von über 40% («Mischindex») aufweisen, werden durch das Programm QUIMS unterstützt. Das betrifft gesamthaft rund 120 Schulen im ganzen Kanton. Sie sind vor allem in der Stadt Zürich, in Winterthur und den Städten der Zürcher Agglomeration zu finden. Nach guten Erfahrungen in einem Schulversuch wurde das Programm im Volksschulgesetz (§ 25 und § 62) verankert und in der Volksschul- und der dazugehörigen Finanzverordnung geregelt. Der Handlungsrahmen ist in Handreichungen des Volksschulamtes festgelegt. Es können Schwerpunkte für alle Schulen festgelgt werden, wie z.B. die Schreibförderung oder Beurteilung und Förderung mit Fokus auf Sprache. Die Leitidee ist, dass QUIMS-Schulen trotz schwieriger Bedingungen ein gutes Leistungsniveau und gute Bildungschancen für alle ihre Schülerinnen und Schüler gewährleisten können.

Die Schulleitungen und Schulkonferenzen legen eigene Schwerpunkte, Entwicklungsprojekte und feste Angebote in ihrem Schulprogramm fest, die die Förderung der Sprache, des Schulerfolgs und der sozialen Integration verstärken. Zu den QUIMS-Massnahmen gehört es auch, dass die Lehrpersonen sich in diesen Handlungsfeldern schulintern weiterbilden und dass die Eltern einbezogen werden. Die Schulen führen die selbst gewählten Massnahmen durch und überprüfen mit regelmässigen internen Evaluationen, ob sie ihre Ziele erreicht haben. Um QUIMS-Arbeiten zu koordinieren und zuhanden von Schulleitung und Schulkonferenz vor- und nachzubereiten, ist in jeder Schule eine Lehrperson als «QUIMS-Beauftragte» eingesetzt. Sie wird dafür in der Regel für rund 140 bis 210 Jahresstunden beauftragt und entlöhnt. Sie bildet sich in einem Zertifikatslehrgang für diese Aufgabe weiter. Der Kanton leistet für die ergänzenden Massnahmen und für die Kosten der QUIMS-Beauftragten finanzielle Beiträge in Form eines jährlichen Pauschalbeitrags, der je nach Grösse einer Schule variiert (im Durchschnitt Fr. 40'000.– pro Schule und Jahr). Fachliche Unterstützung leisten das Volksschulamt durch Beratung und Austauschtreffen sowie die PH Zürich durch schulinterne Weiterbildung und den Lehrgang für QUIMS-Beauftragte.

Die Schulpflegen sind dafür verantwortlich, dass die gesetzlichen Vorgaben zu QUIMS vollzogen werden. Sie können den Schulen strategische Vorgaben machen, und sie bewilligen im Schulprogramm einer Schule auch die Punkte, die QUIMS-Arbeiten betreffen. Sie mandatieren eine QUIMS-Beauftragte pro Schule und regeln deren Anstellung. Sie sorgen für Rechnungsführung mit einer eigenen Konto-Stelle für jede QUIMS-Schule, in der der kantonale Pauschalbeitrag verwaltet wird. Sie beaufsichtigen die Qualitätssicherung, indem sie Pläne und Berichte der Schulen unter anderem zu QUIMS – aus internen Evaluationen und von der Fachstelle für Schulbeurteilung – prüfen.

vsa.zh.ch/quims: Handreichungen, Merkblätter und Formularmuster

Deutsch als Zweitsprache (DaZ) in Aufnahmeunterricht und Aufnahmeklassen

Die Zürcher Lernstandserhebungen und die PISA-Studien belegen, dass viele Schülerinnen und Schüler mit nicht-deutscher Erstsprache über ungenügende Sprachkompetenzen verfügen. Deshalb braucht es in unseren Schulen eine qualitativ hochstehende und gezielte Sprachförderung. Das Volksschulgesetz und die Verordnung über die sonderpädagogischen Massnahmen sehen die folgenden Angebote vor, die bei Bedarf in den Gemeinden und den Schulen verbindlich zu führen sind. Im Detail ist das Angebot in der Broschüre «Deutsch als Zweitsprache (DaZ) in Aufnahmeunterricht und Aufnahmeklasse»des Volksschulamts (siehe Website) beschrieben.

Um zu entscheiden, ob ein Kind DaZ-Förderung braucht, ist eine Einschätzung des Sprachstandes durch die DaZ- und die Regelklassenlehrpersonnotwendig. Als Hilfsmittel wird dafür das Sprachstandsinstrumentarium„Sprachgewandt“ eingesetzt. Kriterium ist, ob ein Kind dem Unterricht in der Regelklasse ohne sprachliche Einschränkungen folgen kann. In einem Standortgespräch beurteilen die beteiligten Lehrpersonen und die Eltern die Notwendigkeit eines DaZ-Unterrichts und treffen Abmachungen zur DaZ-Förderung. DaZ- und Regelklassenlehrperson arbeiten eng zusammen und verfolgen beide einen abgemachten Förderplan. Die DaZ-Lehrperson muss über eine DaZ-Weiterbildung im Umfang eines Zertifikatslehrgangs (rund 300 Lernstunden) verfügen. In ihrer Arbeit mit den Kindern setzt die DaZ-Lehrperson verschiedene Unterrichtsformen ein wie Teamteaching innerhalb der Klasse, Kleingruppen oder Einzelarbeit. Zusätzlich zu ihrer Unterrichtstätigkeit berät die DaZ-Lehrperson die Regelklassenlehrpersonen in der DaZ-Förderung. Wichtig ist, dass auch die Eltern im Rahmen ihrer Möglichkeiten Mitverantwortung tragen, insbesondere dass ein Kind in seiner Freizeit viel Kontakt mit der deutschen Sprache hat und sich so seine Deutschkenntnisse rascher entwickeln.

Die Schulpflegen haben den Auftrag, die DaZ-Angebote im sonderpädagogischen Konzept ihrer Gemeinde festzulegen. Sie erheben jährlich (Mitte Schuljahr) in Zusammenarbeit mit den Schulleitungen, wie viele DaZ-Kinder im nächsten Schuljahr zu erwarten sind. Für Kinder im ersten Kindergartenjahr und für neu zuwandernde Fremdsprachige werden Erfahrungswerte aus den vergangenen zwei Jahren verwendet. Die erhobenen Zahlen dienen zur Berechnung des DaZ-Lektionenpools sowie der entsprechenden Pensen und Anstellungen von DaZ-Lehrpersonen:

Die DaZ-Lehrpersonen werden für den DaZ-Unterricht kommunal angestellt und finanziert. Nur Aufnahmeklassen erfordern eine kantonale Anstellung im Rahmen des zugeteilten Kontingents von Vollzeiteinheiten. In Zusammenarbeit mit den Schulleitungen wird der DaZ-Lektionenpool zunächst auf schulhausübergreifende Angebote und dann an die einzelnen Schulen verteilt. Die Schulleitungen sorgen für die Feinverteilung auf die verschiedenen Stufen und Klassen. Die Schulpflege ist auch im DaZ-Bereich zusammen mit den Schulleitungen für die Personalfragen und für die Qualitätssicherung zuständig.

vsa.zh.ch/daz: Broschüren, Hinweise auf Lehrmittel im Lehrmittelverlag und auf Weiterbildung der PH Zürich

Aufnahme von neu zugezogenen fremdsprachigen Kindern

Die internationale Mobilität und die Einwanderung aus den verschiedensten Gründen – wie Heirat, Familiennachzug, Arbeitssuche, Flucht und Asylsuche – hat zur Folge, dass nach Erfahrungswerten der letzten Jahre rund 1000 oder mehr fremdsprachige Schulkinder pro Jahr in den Kanton zuziehen. Gemäss der UNO-Konvention über die Rechte der Kinder, der Bundesverfassung und kantonalen Richtlinien gilt, dass alle schulpflichtigen Kinder mit faktischem Wohnsitz in einer Gemeinde sofort in die Schule aufgenommen werden, unabhängig von ihrem Aufenthaltsstatus; das heisst auch Kinder von «Sans Papiers». Die Eltern sind verpflichtet, ihre Kinder im schulpflichtigen Alter für die Schule, auch für den Kindergarten, anzumelden.

Die Schulpflegen sorgen in Zusammenarbeit mit den Schulleitungen oder einer Lehrperson dafür, dass Eltern, die ein Kind anmelden, rasch zu einem Erstgespräch eingeladen werden, allenfalls unter Beizug einer interkulturellen Dolmetschenden. Eltern und Kinder werden dabei willkommen geheissen und über das Schulwesen informiert. Im Gespräch werden nicht nur Daten aufgenommen, sondern es wird auch über die Vorbildung, allfällige besondere Bedürfnisse des Kindes und Wünsche der Eltern gesprochen. Bei Sans-Papiers-Kindern ist darauf zu achten, die Daten nur für schulische Zwecke zu verwenden (um zu verhindern, dass die Kinder versteckt bleiben und ihr Grundrecht auf Bildung nicht gewährleistet wird). Die Zuteilung in eine Klasse erfolgt in der Regel gemäss dem Alter (oder ein Jahr zurückversetzt, wenn die schulische Vorbildung lückenhaft ist). Einem fremdsprachigen Kind im Kindergarten wird eine zusätzliche DaZ-Förderung zugeteilt. In der Primar- und Sekundarstufe wird ein Kind in der Regel einem DaZ-Anfangsunterricht zugeteilt, wo es in intensivem und täglichem DaZ-Unterricht rasch grundlegende Deutschkenntnisse erwirbt und lernt, sich in der neuen sozialen Umgebung zu orientieren und zu verhalten. Bei Bedarf erhält es auch Nachhilfe in anderen Fächern, um im Unterricht der Regelklasse zu folgen. Der DaZ-Anfangsunterricht kann auch, wenn vorhanden, in einer Aufnahmeklasse stattfinden. Neben dem DaZ-Unterricht verbringt eine Schülerin oder ein Schüler die verbleibenden Schulstunden, die je nach Alter vorgesehen sind, in einer Regelklasse (eine Teil-Schulung ist nicht erlaubt). 16- bis 21-Jährige können für ein Brückenangebot, wie beispielswesien ein integrationsorientiertes Berufsvorbereitungsjahr angemeldet werden. Berufsvorbereitungsjahre sind Jahreskurse, die Berufswahlschulen der Städte und verschiedener Regionen anbieten. Dort lernen Jugendliche Deutsch und bereiten sich auf eine Berufsausbildung, eine weiterführende Schule oder eine Erwerbstätigkeit vor. Gemäss Berufsbildungsgesetz tragen die Gemeinden – neben dem Kanton und einem Beitrag der Eltern – einen Kostenanteil.

Für die Schulung von Kindern von Asylsuchenden und Flüchtlingen gelten in der Regel dieselben Verfahren und Angebote, wie sie oben beschrieben sind. Kinder aus einem Durchgangszentrum sollen, wenn möglich, ebenfalls in den Schulen der Gemeinde geschult werden. Für die anfallenden zusätzlichen Kosten leistet der Kanton einen Pauschalbeitrag. Kinder aus einem Zentrum des Bundes oder des Kantons können auch – auf Kosten des Bundes und des Kantons – in zentrumseigenen „Aufnahmeklassen Asyl“ eingeschult werden.

vsa.zh.ch/neu Zugezogene: Leitfaden, Checkliste für ein Erstgeräch mit den Eltern
vsa.zh.ch/asyl: Broschüre, Richtlinien, Formular für die Lerndokumentation

Unterricht in heimatlicher Sprache und Kultur (HSK)

Zweisprachig aufwachsende Schülerinnen und Schüler erweitern in diesen Kursen die Kenntnisse in ihrer Erstsprache und über ihre Herkunftskultur. Dies ist vorteilhaft für ihre Sprachentwicklung, oft auch in einem späteren Beruf. Kursträger sind Botschaften, Konsulate oder Elternvereine. Das Angebot umfasst zurzeit Kurse von 26 verschiedenen Trägern und Sprachen. Die Kurse werden gemäss Volksschulgesetz als ergänzendes Angebot in der Volksschule zugelassen (§ 15VSG). Voraussetzung für eine Anerkennung ist ein Unterricht, der sich nach dem Rahmenlehrpan richtet, den der Bildungsrat erlassen hat. Weitere Bedingungen sind politische und konfessionelle Neutralität sowie Lehrdiplome und Deutschkenntnisse der eingesetzten Lehrpersonen. Der Besuch der Kurse ist empfohlen, jedoch freiwillig. Gemäss der Volksschulverordnung können die HSK-Kurse zeitlich und räumlich in die Volksschule integriert werden. Die Note wird ins Zeugnis der Volksschule eingetragen. Sehr zu empfehlen ist es, dass die HSK-Lehrpersonen mit den Lehrpersonen der Volksschule zusammenarbeiten, insbesondere in Projekten der Sprachförderung und in der Zusammenarbeit mit Eltern.

Die Schulpflegen und Schulleitungen stellen auf Antrag und in Absprache mit den Kursträgern Schulräume, Unterrichtszeiten und Unterrichtsmaterialien zur Verfügung. Die Schulpflegen beaufsichtigen die reguläre Durchführung der Kurse HSK und helfen bei Problemen.

vsa.zh.ch/hsk: Rahmenlehrplan, Informations-Blätter, Anmeldewesen, Atteste

Umgang mit religiösen Anliegen

Mit der zunehmenden religiösen Vielfalt in der Bevölkerung stellen sich Fragen, wie die Schule auf die verschiedenen religiös begründeten Anliegen von Eltern und Kindern eingeht. Die Bundesverfassung verlangt, sowohl die Schulpflicht aller Kinder wie auch die Glaubens- und Gewissensfreiheit zu berücksichtigen. Die Schule wägt zwischen den beiden Rechtsgütern ab; dabei behandelt sie alle Religionen und Konfessionen nach den gleichen Kriterien. Sie dispensiert Kinder auf Gesuch der Eltern für religiöse Feiertage und nimmt Rücksicht auf Essens-, Fasten- und Kleidervorschriften, ohne dass der Unterricht dadurch wesentlich gestört wird. Keine Dispensation wird erteilt für einzelne Unterrichtsfächer und -inhalte (wie Sport, Schwimmen, Sexualkunde, Inhalte aus der christlichen und aus andern religiösen Traditionen). Alle Kinder sollen Wissen und Verständnis über verschiedene Religionen erwerben. Dazu dient das obligatorische Fach Religion und Kultur.

Schulpflegen und Schulleitungen entscheiden über Dispensationsgesuche und andere religiös begründete Anliegen – wenn nötig nach einem Gespräch mit den Eltern. Sie stützen sich dabei auf die kantonalen Grundlagen und Empfehlungen .

vsa.zh.ch/Interkulturelles: Grundlagen und Empfehlungen zum Umgang mit Schülerinnen und Schülern verschiedener Religionen, Merkblätter über religiöse Feiertage

Information, Mitsprache und Zusammenarbeit mit den Eltern

Grundlegend sind das Vertrauen, der regelmässige individuelle Kontakt und das Gespräch zwischen Eltern und Klassenlehrperson. Nötigenfalls sorgen Lehrpersonen und Schulpflegen für ein «interkulturelles Dolmetschen», das heisst eine Übersetzungs- und Interpretationshilfe. Ergänzend eignen sich Veranstaltungen einer Schule oder der ganzen Schulgemeinde, an denen Eltern über das Schulwesen, über die Rechte und Pflichten der Eltern sowie wichtige Lern- und Erziehungsfragen informiert werden und an denen sie Anregungen bekommen, wie sie das Lernen ihrer Kinder unterstützen können. Es empfiehlt sich, an solchen Veranstaltungen geeignete zweisprachige Mittelspersonen einzusetzen, um anderssprachige Eltern zu erreichen. Laut Volksschulgesetz regeln alle Schulen zudem die Mitwirkung der Eltern auf Schulebene. Dafür können Elternräte oder -foren eingerichtet werden. Es ist sehr zu empfehlen, dass die verschiedenen sprachlichen Gruppen in solchen Gremien etwa proportional zu ihrem Anteil in der Schülerschaft vertreten sind.

Schulpflegen sorgen für eine gute Information der Eltern. Eine DVD «Die Schule im Kanton Zürich» und schriftliches Material unterstützen die Informationstätigkeit – in Deutsch und in zehn anderen stark vertretenen Sprachen. Schulpflegen sollten darauf achten, dass in der Mitwirkung der Eltern auf Schulebene die verschiedenen Bevölkerungsgruppen vertreten sind. Schulpflegen können beratende «Kommissionen für Integrationsfragen» bilden, in denen die grösseren Sprachgemeinschaften repräsentiert sind. Dadurch erhalten diese Gruppen eine Mitsprache in Schulfragen; sie tragen auch Mitverantwortung, z.B. in der Arbeit mit den Eltern. Gute Erfahrungen mit solchen Kommissionen gibt es seit vielen Jahren in der Stadt Zürich.DVD „Die Schule im Kanton Zürich“: Informationen, Materialien und Bestelltalon (bei Lehrmittelverlag Zürich).

vsa.zh.ch/international: Elterninformationsblätter, Empfehlungen zum interkulturellen Dolmetschen in der Schule

Unterschiedliche Versorgung mit Lehrpersonenstellen und Ressourcen

Je nach Zusammensetzung einer Gemeinde oder einer Schule können Herausforderungen und Belastungen, die in der Lernförderung vieler Kinder mit unterschiedlichen Lernvoraussetzungen entstehen, grösser oder kleiner sein. Das Volksschulgesetz sieht drei Mechanismen vor, um Schulen mit mehr Aufgaben auch mit etwas mehr Lehrpersonenstellen und Mitteln zu versorgen:

Die Schulpflegen achten darauf, diese Ressourcen an den verschiedenen Schulen mit unterschiedlicher Belastung auch innerhalb einer Gemeinde nach derselben Logik differenziert einzusetzen.

Aus- und Weiterbildung der Lehrpersonen

Die Pädagogische Hochschule Zürich (PH Zürich) bildet zukünftige Lehrpersonen für die Arbeit in multikulturell und mehrsprachig zusammengesetzten Klassen aus und bildet aktive Lehrpersonen dafür weiter. Interkulturelle Pädagogik und Deutsch als Zweitsprache sind in der Grundausbildung einerseits integrierter Bestandteil obligatorischer Angebote. Andererseits gibt es Wahlmodule wie Studienaufenthalte in Herkunftsländern von Migrantenkindern. Das Departement Weiterbildung bietet regelmässig verschiedene Kurse in Interkultureller Pädagogik und in der Didaktik des Deutschen als Zweitsprache an (ebenso die Hochschule für Heilpädagogik und das Institut Unterstrass). Auf Anfrage werden vor Ort massgeschneiderte schulinterne Weiterbildungen zu diesen Themen durchgeführt. Als zertifizierende Weiterbildungen (300 Lernstunden) werden ein Zertifikatslehrgang für QUIMS-Beauftragte und einer für DaZ-Lehrpersonen angeboten.

Schulpflegen und Schulleitungen sind in der Personalentwicklung auch dafür verantwortlich, dass die Lehrpersonen ihre Qualifikationen in diesen Bereichen weiter entwickeln. Schulpflegen haben die Aufgabe, die Weiterbildung der Lehrpersonen zu unterstützen.

phzh.ch > Weiterbildung
hfh.ch
unterstrass.edu

Koordinierende, beratende und unterstützende Dienste

Im Volksschulamt der Bildungsdirektion ist der Sektor «Interkulturelle Pädagogik» für die kantonale Konzeptentwicklung sowie für Auskünfe, Beratung und Unterstützung für Schulgemeinden und Schulen in diesem Bereich zuständig.

vsa.zh.ch > Schulbetrieb & Unterricht > Schule und Migration

→ Mail an: ikp@vsa.zh.ch

Weiterführende Informationen

Bildungsdirektion Kanton Zürich, Volkschulamt: Handreichung Qualität in multikulturellen Schulen (QUIMS). 2008, www.vsa.zh.ch/quims

Bildungsdirektion Kanton Zürich, Volkschulamt: Deutsch als Zweitsprache (DaZ) in Aufnahmeunterricht und Aufnahmeklassen, 2016, www.vsa.zh.ch/daz

Bildungsdirektion Kanton Zürich, Volksschulamt: Flüchtlingskinder in der Volksschule, 2015, www.vsa.zh.ch/asyl

Bildungsrat Kanton Zürich: Empfehlungen Bildung und Integration, 30. Okt 2017, www.vsa.zh.ch > Schulbetrieb & Unterricht > Schule und Migration

Bildungsrat Kanton Zürich: Rahmenlehrplan Kurse in heimatlicher Sprache und Kultur. 2013, www.vsa.zh.ch/hsk

Halfhide, Therese u.a.: Teamteaching. Wege zum guten Unterricht. Zürich: Lehrmittelverlag des Kantons Zürich, 2009

Mächler, Stefan u.a.: Schulerfolg: kein Zufall. Ein Ideenbuch zur Schulentwicklung im multikulturellen Umfeld. Zürich: Lehrmittelverlag des Kantons Zürich, 2002

Neugebauer, Claudia, Nodari, Claudio: Förderung der Schulsprache in allen Fächern. Bern: www.schulverlag.ch, 2017

Schader, Basil: Deine Sprache – meine Sprache. Handbuch zu 14 Migrationssprachen und zu Deutsch. Lehrmittelverlag des Kantons Zürich, 2013

Schlatter, Katja, u.a.: DaZ unterrichten. Ein Handbuch. Bern: www.schulverlag.ch, 2016

Sträuli, Barbara: Leseknick – Lesekick. Leseförderung in vielsprachigen Schulen. Zürich: Lehrmittelverlag des Kantons Zürich, 2007

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