Aufgabe der Gemeinde

Der Hausdienst

Hauswart / Hauswartin – Ein Berufsbild im Wandel

Der Beruf des Hauswarts bzw. der Hauswartin hat sich in den letzten Jahren stark verändert. An die Stelle des mürrischen Hausmeisters von anno dazumal sind heute Männer und Frauen getreten, die fachlich und menschlich höheren Anforderungen zu genügen haben. Kohle schaufeln oder Türen verriegeln sind out – komplexe Systeme müssen bedient und gewartet werden. Gebäude und Anlagen sind fast rund um die Uhr bedarfsgerecht offen zu halten. Der Schrubber von damals ist durch zeitgemässe Reinigungsvorgänge abgelöst worden. Die Werterhaltung einer Anlage hängt zwingend mit der fachgerechten Pflege und einem professionellen Unterhaltsmanagement zusammen.

Die meisten Schulgemeinden verfügen über beträchtliche Vermögenswerte, die sie in ihren Liegenschaften angelegt haben. Der Substanz- und Werterhaltung muss deshalb ebenso viel Beachtung geschenkt werden wie der wertschöpfenden Nutzung.

Die menschlichen Kompetenzen stärken

Auch auf der menschlichen Ebene hat sich eine grosse Veränderung vollzogen: Fähigkeit zur Kommunikation mit den verschiedenen Nutzerinnen und Nutzern der Anlagen ist gefragt. Wo diese fehlt, wird der Beruf zur Belastung: für die Hauswartin, den Hauswart selbst und für die Menschen darum herum. Gleichzeitig ist die Verständigung anspruchsvoller geworden: Barsche Anweisungen, Verbote oder Sanktionen sind verpönt. Auf verschiedenartigste Bedürfnisse muss fachlich und menschlich kompetent eingegangen werden. Die klassischen Fachkenntnisse des Hauspersonals sind dem Stand der Technik laufend angepasst worden. Die Anpassung an heutige Kommunikationsformen steht jedoch vielerorts noch zurück.

Zusammenarbeit mit den Lehrpersonen und den Schulleitungen

Schulen werden heute ja allgemein als «Schuleinheiten», als «ein Betrieb» aufgefasst, in dem das «pädagogische Personal» als Team arbeitet. Zu diesem Schulhausteam gehört auch der Hausdienst.

Eine partnerschaftliche Zusammenarbeit zwischen Schulleitungen und Lehrerschaft und dem zuständigen Hauswart bzw. der zuständigen Hauswartin ist unabdingbar. Während Schulleitung und Lehrerschaft für die pädagogischen Belange der Schule verantwortlich sind, kümmert sich der Hauswart bzw. die Hauswartin als Dienstleister/in um die Anlage. Beide haben somit eigenständige, wenn auch ineinander greifende Aufgabengebiete und Zuständigkeiten zum Wohle des Schulbetriebs.

Machbar ist alles – und zwar sofort!

Durch neue Unterrichtsformen und die verstärkt ausserschulische Nutzung der Anlagen wird die Hauswartung auf vielen Anlagen zur Dauerpräsenz an sieben Tagen die Woche, täglich von 06.00 bis 22.00 Uhr. Solche Präsenzzeiten können nur abgedeckt werden, wenn die Organisation optimiert wird. Oftmals werden solche Zusatzleistungen durch finanzielle Zuschüsse abgegolten: Es ist nachvollziehbar, dass diese als Nebeneinkünfte sehr willkommen sind. Dabei geht vergessen, dass – abgesehen von personalrechtlichen Bedenken – auch der beste Hauswart und die beste Hauswartin bei dauernder Überlastung ihre Kernaufgaben nicht zur Zufriedenheit aller erfüllen können. Es braucht neue Organisationsformen, um die hohen Ansprüche zu erfüllen und das Hauswartpersonal nicht zu «verheizen».

Die Reinigungsarbeit fällt in der Regel sehr geballt an (nach Schulschluss, an schulfreien Tagen) und nicht immer zu den angenehmsten Zeiten. Durch den Einsatz von leistungsfähigen Reinigungsteams kann eine Schulanlage innert kürzester Zeit auch an den Randstunden und ohne Beeinträchtigung des Schulbetriebs wieder «in Schuss» gebracht werden. Der Hauswart oder die Hauswartin übernimmt vor allem qualifizierte Arbeit in den Bereichen Führung und Kommunikation mit den Nutzern (Lehrpersonen, Schüler/innen, Vereine), führt kleinere Unterhaltsarbeiten (Reparaturen, Kontrolle der technischen Einrichtungen) durch und übernimmt die Betreuung der Aussenanlagen.

Arbeitsteilung und Teamarbeit

Die geschilderte Aufgaben- und Arbeitsteilung führt zu einer markanten Aufwertung des Berufbildes des Hauswarts bzw. der Hauswartin in Richtung eines Anlagen-Managements. Zudem führt sie zu einer Optimierung beim Ressourceneinsatz. Reinigungsarbeiten können durch Personen ausgeführt werden, die sonst keine anderen Erwerbsmöglichkeiten haben.

Auf vielen Schulanlagen sind heute mit der Berufsprüfung als Hauswart/in gut ausgebildete Personen im Einsatz, die auch ihren Fähigkeiten entsprechend eingesetzt werden sollten. Dies ist nicht nur wirtschaftlicher, sondern macht den Betroffenen auch mehr Freude und führt zu besserer Leistung am Arbeitsplatz. Solch eine Arbeitsteilung lässt sich in kleineren Schulen besser realisieren, wenn verschiedene Anlagen zusammengelegt werden. Sehr oft gibt es keine Stellvertretungslösungen – oder nur solche auf dem Papier – und viele Hauswarte und Hauswartinnen leben auf der eigenen Schulanlage wie auf einer Insel, die sie gegen Eindringlinge mit Herzblut verteidigen.

Gemeinsamer Materialeinkauf, Nutzung eines Maschinen- und Gerätepools oder Mithilfe auf anderen Anlagen bei Grossanlässen sind weitere wichtige Themen.

Es soll nicht verschwiegen werden, dass das Aufbrechen von festgefahrenen Strukturen weder einfach noch besonderes beliebt ist. Auch kann eine solche Veränderung nicht einfach «verordnet» werden. Sie bedingt ein Umdenken bei allen Betroffenen – auch seitens der Lehrpersonen und aller Nutzergruppen. Dies funktioniert nicht ohne eine sorgfältige Prozessbegleitung.

Dem Wandel aufgeschlossen begegnen

Bei Veränderungen in der Arbeitswelt besteht die Chance der Betroffenen darin, sich rechtzeitig, aktiv und positiv auf den Wechsel einzustellen. Dazu gehören vor allem Offenheit für Neues, Flexibilität und die Fähigkeit, anderen Menschen mit Herz und mit Verstand zu begegnen. Und das alles geht nicht ohne die wohlwollende und aktive Unterstützung durch die Schulbehörden, nicht zuletzt auch dadurch, dass dem Hausdienst ermöglicht wird, die notwendige Weiterbildung zu besuchen.

Weiterführende Informationen

Fachverband Zürcher Hauswarte (FZH)

Schweizerischer Fachverband der Hauswarte (SFH)

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